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Schulentwicklung im Landkreis Northeim

 Verantwortung für die Zukunft des Landskreises übernehmen!

Die Grüne Jugend Northeim plädiert für eine konsequente und weitsichtige Schulentwicklungsplanung für den Landkreis Northeim. Dazu gehört es auch, unbequeme Wege zu gehen und Schulstandorte aufzugeben, um eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Schullandschaft für alle Schüler*innen zu gewährleisten.

Sinkende Schülerzahlem führen in allen ländlichen Regionen Niedersachsens dazu, dass kleinere weiterführende Schulen unter die Mindestzügigkeit von zwei Klassen pro Jahrgang schrumpfen. Ändert sich dieser Zustand dann auch perspektivisch nicht, verpflichtet das Land Schulträger die Schulen aufzuheben. Mit Schulentwicklungsplanung hat das dann nichts mehr zu tun. Wenn also der Landkreis sein Angebot an weiterbildenden Schulen gestalten möchte, dann gilt es jetzt zu handeln. Gewartet und ausgesessen wurde lange genug!

Zwergschulen können pädagogisch wesentlich weniger Angebote anbieten als größere Schulen. Auch haben sie das wachsende Problem, Lehrer für ihre Unterrichtsversorgung zu bekommen. Überlastung und Unterrichtsausfälle sind die Folge. Während Schülerzahlen sinken, steigen die notwendigen Bauinvestitionen für die Schulgebäude. Es muss jetzt entschieden werden, welche Schulgebäude weiterhin benötigt werden. Investitionen in Millionenhöhe in ein Gebäude fließen zu lassen, das voraussichtlich in wenigen Jahren leersteht, ist fragwürdig und geht zu Kosten aller anderen Schulen.

Thematisiert werden müssen in jedem Fall die infrastrukturellen Fragen, die mit einer Schulschließung einhergehen. Lösungen müssen vor allem gefunden werden für Sporthallen, die von den örtlichen Vereinen genutzt werden und für die Ortsgemeinschaft wichtig sind. Die Trägerschaft für eine Sporthalle können Gemeinden finanziell kaum leisten. Entscheidungen in der kommunalen Schulpolitik sind nie einfach und sollten nie leichtfertig getroffen werden. Das Hinauszögern von Entscheidungen lähmt jedoch und hilft nicht weiter. Aufschieberitis prägt seit Jahren die Schulpolitik des Kreistages. Immer scheint man Angst vor ehrlichen Entscheidungen und der nächsten Wahl zu haben. Der Knoten muss platzen, Kreispolitik muss erkennen, dass sie mit ihrer permanenten Wahlkampfpolitik dem Landkreis schadet. Mit dem Vermeiden klarer Positionen und unehrlichen Aufschiebemanövern ist nur der Politikverdrossenheit gedient.

Die Grüne Jugend Northeim bekennt sich deshalb zu folgenden Positionen:

Schließung der Auetalschule in Kalefeld:

Die Kalefelder Auetalschule steht seit Jahren und auch aktuell auf der Kippe. Die Verwaltung schlug vor, die Schule entweder zu schließen, oder einzügig als Außenstelle der Oberschule Bad Gandersheim zu führen. Beim letzterem Vorschlag müssten nicht nur ca. 1,5 Mio. Euro investiert werden, welche in der Unterhaltung und dem Brandschutz anderer Schulen eingespart werden müssten, auch wäre das pädagogische Angebot an der neuen Außenstelle eingeschränkt, eine Ganztagsbetreuung oder integrative Beschulung wären beispielsweise nicht möglich. Eine Schließung der Auetalschule ist der ehrlichste Schritt. Mit eingeschränktem Angebot und der dauerhaften Mehrbelastung für die pendelnden Lehrkräfte würde die Schule, wie auch bei Beibehaltung des Status Quo, nur noch wenige Jahre weiterlaufen. Mehr als 1 Mio. Euro wären fehlinvestiert worden. Das ist zwar bitter, doch eine Schule mit weniger als 200 Schüler*innen hat keine Zukunft.

Zusammenführung der Gutenberg-Realschule und der Gerhard-Hauptmann-Hauptschule zu einer Oberschule:

Diese Zusammenlegung ist aus der Not der sinkenden Schülerzahlen geboren, ein neues pädagogisches Konzept bietet der Zusammenschluss nicht. Für die Grüne Jugend steht fest, dass es in Northeim in der Zukunft eine IGS geben soll, allerdings erkennt sie auch an, dass zunächst einmal die IGS Einbeck voll aufwachsen muss und dass hier im Moment auch die Kräfte der Verwaltung und die Kreisfinanzen eingebunden sind. Auch die Thomas-Mann-Schule in Northeim möchte in Zukunft wieder über eine IGS sprechen. Die IGS bietet mit ihrem pädagogischen Konzept die beste Durchlässigkeit für alle Schüler; hier kann Inklusion am erfolgreichsten gelebt werden, von daher steht die Grüne Jugend auch weiterhin hinter der Idee.

Erweiterung der IGS Einbeck und Schließung der Löns-Realschule:

Besonders schulideologisch behaftet ist die derzeitige Diskussion um die Einbecker Schullandschaft. Diese bietet zur Zeit vier Möglichkeiten den Realschulabschluss zu machen. In der Kernstadt kann der Abschluss an der Löns-Realschule, an der IGS, am Gymnasium absolviert werden und außerdem an der Haupt- und Realschule in Kreiensen-Greene. Hier herrscht Luxus, der den Rest des Landkreises auch finanziell belastet. Problem ist, dass die IGS für den Jahrgang 2018/2019 keine freien Räume mehr haben wird, aber eine starke Nachfrage auch weiterhin nach dieser Schulform besteht. Im benachbarten Realschulgebäude wären die benötigten Räume vorhanden, wenn die Realschule aufgelöst werden würde. Die Schüler*innen der Löns-Realschule könnten dann sowohl auf die IGS als nach Greene wechseln, was den Schulstandort Kreiensen-Greene langfristig stärken würde. Alternative für die IGS wäre ein Neubau für 7,1 Mio. Euro, Geld, dass der Kreis nicht hat. Die Grüne Jugend fordert von den Kreistagsabgeordneten ein Bekenntnis zur IGS, für die sich schließlich der Kreistag der letzten Wahlperiode entschieden hat. Die IGS Einbeck gewährleistet Beschulung für Kinder aller Leistungsgruppen in und um Einbeck. Es bleibt zu hoffen, dass sich allen voran die Einbecker Kommunalpolitiker*innen der Luxussituation bewusst werden, über ihren Schatten springen und bereit sind, eine Lösung zu finden, die für den gesamten Landkreis fair und tragbar ist. Einen Schulkrieg im Hubeweg auszusitzen ist keine Schulpolitik. Kreistagsabgeordnete sollten in der Lage sein, über Gemeindegrenzen hinaus zu denken.

Mit der nächsten Kreistagssitzung darf Schulentwicklungsplanung nun nicht aufhören! Eine gute Zukunft braucht eine gewisse Stabilität und Verlässlichkeit. Hier geht es darum, nachhaltig Strukturen zu schaffen, die in Südniedersachsen gute Schule für alle garantieren. Wir fordern den Landkreis dazu auf, Schule aktiv weiter zu planen, auch nach dem 10. März, und nicht auszusitzen! Es gehört Mut dazu, Politik zu machen, insbesondere Schulpolitik, aber das sollten wir von unseren Kreistagsabgeordneten erwarten können.  

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