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Resolution in Uslar gegen Wölfe

Wölfe im Weserbergland

Der Kreisverband Northeim von Bündnis90/Die Grünen distanziert sich entscheiden vom Antrag eines grünen Ratsherren in Uslar. Antrag und Resolution sind nicht mit den Mitgliedern des grünen Kreisverbandes abgestimmt. Darüber hinaus entspricht der Inhalt der Resolution keinesfalls den Einstellungen der Partei zu diesem Thema.

Wir Grünen begrüßen die Rückkehr des Wolfes in sein angestammtes Habitat, zu welchem auch der Solling und das Weserbergland gehören. Dieses ist ein wichtiger Erfolg für den Artenschutz, welcher nur aufgrund strenger Schutzmaßnahmen, durch Aufnahme in das Washingtoner Artenschutzabkommen, das Bundesnaturschutzgesetz und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, möglich war. Da sich die Wölfe auf natürlichem Wege in Niedersachsen ausbreiten, ist es nicht möglich, dieses zu verhindern. Eine aktive Verhinderung der Wiederansiedlung stellt einen Verstoß gegen geltendes Recht dar und ist damit strafbar.

Selbstverständlich stehen wir möglichen Konflikten und entstehenden Ängsten, welche die Rückkehr dieses Wildtiers mit sich bringt nicht blauäugig gegenüber. Aber wir sind für eine sachliche Diskussion und Konfliktbewältigung. Ängste und Emotionen zu schüren, wie diese Resolution es tut, erteilen wir eine Absage.

Die Lebensbedingungen im Solling und Weserbergland sind für Wölfe sehr gut. Es gibt viel Wald, eine hohe Wilddichte und damit viel Beute. Eine vollständige Dezimierung der Jagdstrecken ist, nach den Beobachtungen der Entwicklungen der Jagdbestände in der Lausitz, nicht zu erwarten. Sicherlich wird der Wolf den Überschuss des Schalenwildes abschöpfen. Er ist also den Jägern bei der Regulierung des Wildbestandes eher behilflich und dieses auf eine völlig natürliche Weise.

Weidetiere auf Waldweiden können durch präventive Maßnahmen effektiv geschützt werden. Das Land Niedersachsen unterstützt die Weidetierhalter im Rahmen des Wolfsmanagements bei diesen Maßnahmen durch Fördermittel. Über das Wolfsbüro des NLWKN oder die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Holzminden besteht die Möglichkeit der Beratung sowie der Zaunausleihe. Denn selbstverständlich ist es nicht ratsam, Weidetiere in Wolfsgebieten ungeschützt weiden zu lassen. Aber auch bei Rissen werden durch die Billigkeitsrichtlinie des Landes Niedersachsen Entschädigungsleistungen gewährt. Bei Bekanntwerden neuer Wolfsterritorien werden die betroffenen Regionen in eine Förderkulisse für neue Präventionsmaßnahmen aufgenommen.

Zudem wird das Wolfsmanagement in Niedersachsen kontinuierlich weiterentwickelt, wozu eben aber sachlicher Diskussion bedarf.

Und auch Kommunen können im Rahmen von ausreichend dotierten Landschaftspflegeverträgen insbesondere die Schafhalter, die für die Erhaltung eines attraktiven Landschaftsbildes mit hoher Artenvielfalt wichtig sind, tatkräftig unterstützen. 

 

Die Mehrheit der Bevölkerung steht der Rückkehr des Wolfes positiv gegenüber. Eine Beeinträchtigung des Tourismus ist daher eher nicht zu erwarten. Nach Etablierung der ersten Wolfsrudel in der Lausitz entwickelte sich der Tourismus um spezielle Angebote zum Wolf weiter und die Übernachtungszahlen dort haben zugenommen. Möglicherweise könnte die Rückkehr des Wolfes in den Solling und das Weserbergland dem Tourismus zu neuem Aufschwung verhelfen.

Natürlich gibt es auch Menschen, die eher ängstlich auf die Rückkehr des Wolfes reagieren. Diesen Ängsten stellen wir Grünen uns durch sachliche und informative Öffentlichkeitsarbeit. Wir setzen uns daher dafür ein, dass die Informations- und Managementpolitik zum Thema Wolf weiterentwickelt und in einem offenen und transparenten Dialog geführt wird.

 



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